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Oberländer Hund Welpe trautes Heim Fliegende Meggendorfer Blätter Simplicissimus

 

Oberländer, Adolf (1845 in Regensburg - 1923 in München): "Haus-Idyll " Originale  aquarellierte Tuschferderzeichnung ca. 17x34 cm [Blatt 2 der Serie]; signiert und unterhalb der Darstellung handschriftlich betitelt; um 1890

Zeichnung aus dem Archiv des Braun&Schneider Verlages zu München;  Vorzeichnung für den Abdruck in der Zeitschrift die "Jugend" , "Fliegende Blätter" bzw. "Simplicissimus".

Oberländer ist im wahrsten Sinne des Wortes der »Hauszeichner der FLIEGENDEN BLÄTTER« gewesen, denn er hat jahrzehntelang im dritten Stock des Verlagshauses an der Briennerstraße gewohnt. Man hatte auch tatsächlich seine Zeichnungen vor Augen, wenn man in ihren besten, noch wirklich gelebten Jahren an die FLIEGENDEN BLÄTTER dachte. Oberländers schönste Blätter sind von einer leisen, man könnte sagen, dunklen Komik, die nach Hermann Esswein durch »diskrete Haltung, durch vornehmen Vortrag, durch eine altfränkisch - feine Grandezza des Empfindens« dem Eklatanten, Lachsalven - Hervorrufenden noch weiter entrückt wird. Damit verkörpern sich in seiner Arbeit die besten Züge der lächelnden, keineswegs oberflächlichen Gesellschaftskritik der FLIEGENDEN BLÄTTER. Es wird nicht zu Unrecht gesagt, man könne mit Adolf Oberländers Zeichnungen eine ernsthafte Kulturgeschichte seiner Zeit scherzhaft illustrieren. Bemerkenswert ist auch, daß keine seiner Gestalten wie ein »Typ« wirkt, daß fast jeder seiner Köpfe ein Porträt sein könnte. Ob er, der in Regensburg geboren wurde und in München starb, in seiner Kunst spezifisch bayerisch ist, wie Olaf Hansson meinte, oder ob seine künstlerische Handschrift einen »nordisch helläugigen Geist« offenbart, kommt uns heute nicht mehr so wichtig vor. Seine Gestalten sind in München vorstellbar, manche nur in München, andere überall - sie sind Menschen, die in ihrer Individualität sehr klar gesehen, aber nicht ohne Güte dargestellt sind.

 

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