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Hermann Schütte Hund-Hammer Alois Hundhammer CSU Dackel Werner Egk Abraxas 1949

Schütte, Hermann (1893 in Osnabrück - 1973 in Hamburg): "Hund-Hammer" originale Tuschfederzeichnung auf Malkarton ca. 24,5x35cm; signiert und datiert "(19)49"; auf dem originalen Passepartout handschriftlich betitelt; auf dem Passepartout-Hinterdeckel erneut betitelt und mit Adreßstempel


 

 

Eine zeitgeschichtlich interessante Karikatur auf den bayerischen CSU-Politiker und damaligen Kultusminister Alois Hundhammer, der über die Grenzen Bayerns hinaus berühmt wie berüchtigt war. Ob der Auslöser für Schüttes Hund-Hammer-Phantasie die Absetzung von Werner Egks Ballett "Abraxas" war, ist natürlich reine Spekulation. Hier der Artikel aus der "Zeit" vom 3.Februar 1949:

 

"Kulturdiktatur in Bayern Hundhammer verbietet Egks „Abraxas“ wegen „Unsitllichkeit“

 

1949 in München: Die Bayerische Staatsoper wußte das Faustballett „Abraxas“ von Werner Egk auf Befehl des Kultusministers vom Spielplan absetzen, ungeachtet aller eindeutigen vertraglichen Abmachungen zwischen Intendanz und Autor, ungeachtet auch der Tatsache, daß das Werk seit seiner Uraufführung im vorigen Sommer fünf ausverkaufte Vorstellungen hatte (nach der fünften wurde es abgestoppt) und ungeachtet ferner der bedeutenden finanziellen Einbuße, die das Theater durch die Absetzung erleidet. Der bayerische Kultusminister ist, wie man sieht, in Geldsachen nicht kleinlich. Die Bayerische Staatsoper war sogar vom Berliner Magistrat eingeaden worden, „Abraxas“ in der Originalbesetzung im Rahmen der geplanten Berliner Kunstwochen gastweise aufzuführen. „Im Einvernehmen mit dem Kultusministerium“ mußte auch dieses Gastspiel abgesagt werden. In Sachen der endgültigen Absetzung des Werkes vom Spielplan bestand allerdings offensichtlich kein Einvernehmen, sondern der Staatsintendant Dr. Hartmann; versuchte mehrfach, unter Berufung auf seine Verpflichtungen, das Verbot abzuwehren. Ohne Erfolg. Befehl ist Befehl – im bayrischen Kulturleben. Und Hundhammer ist Hundhammer.

Die Gründe, auf die sich der Herr Kultusminister für sein Verbot beruft, sind uninteressant. Für Gewaltmaßnahmen und Rechtsmißachtung, noch dazu in künstlerischer Angelegenheiten, gibt es keine Begründung. Auch Herr Hundhammer hat seinen Beamteneid auf die Bayerische Verfassung geleistet, die „Freiheit der Kunst“ garantiert. Ausnahmefälle sind für diesen Artikel 108 – auf welchen sich nunmehr, mit Recht, der Komponist Werner Egk beruft – nicht vorgesehen. Sie können nur durch einen Machtspruch. statuiert werden, der sich über die beschworene Verfassung hinwegsetzt. Wie verlautet, wirft der Kultusminister dem verbotenen Werke Unsittlichkeit vor. Ist Rechts- und Verfassungsbruch ein Beispiel höherer Sittlichkeit?

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Und was sagt das Münchner Publikum dazu, das dem Ballett in allen Aufführungen mit stürmischen Ovationen antwortete und es zu einem Kassenmagneten ersten Ranges machte?

 

Über Tugend und Sitte scheinen doch recht verworrene Begriffe zu herrschen im Kulturmachtstaat des Herrn Hundhammers."

 

 

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